FORSCHUNGS
STELLE
GRUFT
GbR

Wir sind die Anlaufstelle für die Dokumentation und Restaurierung von historischen Gruftanlagen, Särgen und Mausoleen. 

Dokumentation

In den vergangenen Jahren ist die Dokumentation von Gruftbestattungen aus dem 16. bis 19. Jahrhundert verstärkt in den Fokus der neuzeitlichen Sepulkralforschung gerückt. Bauliche Mängel an den oft unterirdisch gelegenen Grabräumen sowie unsachgemäßer Umgang mit dem Inventar führen zu Verfall und Zerstörung dieser einmaligen Zeugnisse einer längst vergangenen Bestattungstradition. In vielen Fällen wurde durch Vandalismus die Totenruhe empfindlich gestört. Leider werden diese Grabkammern auch heute noch oft beräumt und die Särge ohne wissenschaftliche und denkmalpflegerische Dokumentation „entsorgt“. Das historische Grabdenkmal ist dann für immer verloren. Die Forschungsstelle Gruft hat es sich zur Aufgabe gemacht, die immer seltener werdenden Gruftanlagen wissenschaftlich zu dokumentieren. In Zusammenarbeit mit Restauratoren bemühen wir uns die historischen Särge zu erhalten und die Würde der Begräbnisstätten wieder herzustellen.

Restaurierung

In Zusammenarbeit mit Restauratorinnen und Restauratoren bemühen wir uns, die historischen Särge zu erhalten und die Würde wieder herzustellen. Es besteht ein bundesweites Netzwerk mit Restaurierungswerkstätten in den Disziplinen Holz-, Metall, Textil- und Steinrestaurierung. Oft aber lassen sich schon mit einer Reinigung und einfacheren konservatorischen Sicherungsmaßnahmen sehr gute Ergebnisse erzielen. Der Umfang der Arbeiten ist immer abhängig von verschiedenen Faktoren wie Ziel des Gesamtprojekts, Zeit und natürlich Finanzlage.

Erhalten
& bewahren

Die 2011 gegründete Forschungsstelle Gruft hat es sich zur Aufgabe gemacht, Grüfte und Mausoleen im ganzen Bundesgebiet zu dokumentieren, zu retten und für die Nachwelt zu bewahren. Bisher konnten wir rund 70 Projekte realisieren, darunter Fürsten- und Stadtkirchengrüfte sowie zahlreiche Grablegen des Landadels und des gehobenen Bürgertums in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen.

Bearbeitung & Präsentation

Einige der bearbeiteten Grüfte sind öffentlich zugänglich. Oberstes Gebot in der Präsentation ist die Würde der Verstorbenen, denn die Grüfte sind und bleiben Bestattungsorte. In der Dokumentation gehen wir mit den sterblichen Überresten mit größtmöglichem Respekt um; sie werden der Öffentlichkeit nicht zugänglich gemacht. Geschlossene Särge werden nur dann geöffnet, wenn es für eine Restaurierung absolut unabdingbar ist. Bei zugänglichen Grüften sorgen Glastüren oder Gitter für die nötige Distanz. Wir arbeiten eng und transparent mit Landesdenkmalämtern, Landeskirchenbehörden und Kirchengemeinden zusammen.

Gründerehepaar der Forschungsstelle Gruft GbR

Dr. Regina Ströbl & Dr. Andreas Ströbl

Regina Ströbl ist Spezialistin für archäologische Textilien und hat über liturgische Gewandung des 11. Jahrhunderts am Beispiel eines Kölner Bischofsgrabes promoviert. Bei den Gruftprojekten liegt ihr Hauptaugenmerk auf der Dokumentation der Sarginhalte, also der Leichname, Textilien und Beigaben. Für die Dokumentation und Restaurierung der Wolgaster Fürstengruft erhielten Regina Ströbl und der Metallrestaurator Wolfgang Hofmann den Europa Nostra-Preis, der für herausragende Leistungen im Bereich der Erhaltung von Kulturerbe verliehen wird.

Andreas Ströbl schrieb seine Doktorarbeit über die Entwicklung des Holzsarges von der Hochrenaissance zum Historismus im nördlichen und mittleren Deutschland. Die Gestaltung der Särge mit all ihren Ornamenten, Inschriften und sonstiger Ausstattung ist seine Hauptaufgabe bei den gemeinsamen Projekten. Andreas Ströbl ist Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates der Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal am Museum für Sepulkralkultur in Kassel.

Das team

Dr. Regina Ströbl

Archäologin &
Kunsthistorikerin

Dr. Andreas Ströbl

Archäologe &
Kunsthistoriker

PROJEKT
IMPRESSIONEN