Golzow

in Brandenburg: Gruft derer von Rochow

Unter der achteckigen Kirche in Golzow (Ldkr. Potsdam-Mittelmark) ließ Friedrich Wilhelm von Rochow 1750 eine Familiengruft einrichten. Auch ältere Särge aus der Vorgängerkirche kamen in das Gewölbe. In 28 Särgen aus Holz, Zinn/Blei und Kupfer eröffnet sich kunsthistorisch eine faszinierende Bandbreite vom Hochbarock bis zum Biedermeier aus der Zeit zwischen 1646 und 1828.

Trotz massiver Plünderungen in den 70er und 80er Jahren des 20. Jahrhunderts haben sich die Särge durch ein trockenes Raumklima im Gruftgewölbe sehr gut erhalten. Einige der Beschläge strahlen noch in einem Glanz, der aus vergleichbaren Befunden nicht bekannt ist. Hervorragend erhaltene Textilien erlauben seltene Einblicke in die Mode des 18. und 19. Jahrhunderts und zeugen von der liebevollen Herrichtung der Leichname durch die Angehörigen.

Von 2017 bis 2020 konnten die Särge und ihre Inhalte wissenschaftlich dokumentiert und mit Fachrestauratoren aus den Disziplinen Holz, Metall und Textil restauriert werden. Durch die interdisziplinären Untersuchungen ließen sich, auch anhand der historischen Kirchenbücher, fast alle Bestatteten identifizieren.

Besonders prachtvoll sind die vergoldeten und reichbemalten Kupfersärge von Georg Wilhelm von Rochow (1610 – 1665) und seiner zweiten Frau Maria Polyxena, geb. von Loeben (1626 – 1666), sowie der mit lachsfarbenem Samt bezogene und mit vergoldeten Kupferblechen geschmückte Sarg des Daniel von Rochow (1684 – 1735).

Mit einem Festgottesdienst endeten 2022 die Arbeiten. Die Gruft ist nun wieder sicher verschlossen und kann zu besonderen Anlässen besichtigt werden.